Reisevorbereitungen oder: Durchstarten mit der Arschrakete.

Bei den Vorbereitungen meiner Kopenhagen-Tour war die größte Herausforderung: wieviel Gepäck passt auf mein bike? Oder: ab wann führt der Windwiderstand der diversen Gepäckstücke und deren Gewicht dazu, dass ich nur noch mit Mühe vorankomme?

Ihr kennt bestimmt die typischen Fahrrad-Gepäcktaschen, die rechts und links vom Gepäckträger hängen – das ist herrlich, da passt jede Menge rein! Am Abend kann ich mich komplett umziehen, es ist noch ein Rad-Outfit zum Wechseln dabei und auch sonst jede Menge Stauraum. Und da ein typisches Tourenrad ohnehin zwischen 16 und 19 Kilo wiegt, kommt es auf etwas mehr oder weniger Gepäck nicht drauf an – man fährt ja gemütlich. 

Ich will aber gar nicht (immer) gemütlich fahren. Ausserdem hat mein Gravelbike mit circa 10 kg ein Gewicht, das sportliches Fahren möglich macht. Es sei denn, ich hänge soviel Gepäck dran, dass es genausoviel wiegt wie ein gemütliches Tourenbike. 

Da mein Ziel war, sportlich zu fahren – immerhin standen pro Tag circa 120 km auf dem Programm, und ich wollte vor Einbruch der Dunkelheit am jeweiligen Zielort ankommen – stand ich also vor der Frage: wieviel Gepäck brauche ich wirklich? Neben einer Tasche, die ich im Rahmen befestige, ist ein gängiges Gepäckstück eine Tasche, die an der Sattelstange befestigt wird und wie ein Triebwerk nach hinten ragt. In Fachkreisen auch Arschrakete genannt (googelt das mal, da findet ihr jede Menge Auswahl ;-)) Hier gilt leider nicht: je größer, desto mehr Power…. also war ich mit der kleinstmöglichen Variante unterwegs. Das war toll: ich konnte locker den sportlichen Herrn auf seinem Mountainbike überholen, und E-bikes waren auch kein Problem. Die Kehrseite: ich musste jeden Abend dasselbe anziehen. Und manchmal frieren, da für das Fleece kein Platz mehr war.

Dennoch: wenn ich jetzt zurückdenke, bleibt die Erinnerung an eine sportliche und im wahrsten Sinne un-beschwerte Fahrt. Und ich überlege schon, wohin die nächste Tour geht (hat jemand noch einen guten Vorschlag??)!

Wo bist du mit schwerem Gepäck unterwegs? Wo fällt es dir schwer, dich von Dingen oder liebgewonnenen Gewohnheiten zu trennen, die dazu führen, dass du viel Kraft aufwenden musst, um voranzukommen? Wovon könntest du dich trennen, um mit mehr Leichtigkeit (auch ohne „Rakete“) an dein Ziel zu kommen?

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen leichten und unbeschwerten Wochenstart!

2 Kommentare zu „Reisevorbereitungen oder: Durchstarten mit der Arschrakete.“

  1. Doris Steenfatt

    Hallo Lisa, genau mein Motto, weniger ist manchmal Mer!

    Ich habe im Sommer eine tolle Erfahrung mit meinem Zelt gemacht. Der Plan war eigentlich Island, dank Corona wurde es Campingplatz Steilküste Grömitz. Mit wenig an Board war ich so erholt im Urlaub wie noch nie. Was im Berufsleben heißt: „setze erst die Dinge sofort um, die du schnell bewältigen kannst“ – Berge vor sich hinschieben, motiviert nicht! Trenne dich von Altlasten, verschlanke dich. Und plane neue Ziele/Strategien für die Zukunft!

    Lisa, deine Berichte sind klasse, und die lebhafte Beschreibung Rad Sport in Verbindung mit Motivation am Arbeitsplatz sind top versinnbildlicht.

    Bei einem langen harten Rennen in meiner sportlichen Karriere habe ich immer gesagt: ein harter Arbeitstag mit 10 std ist schlimmer als die Anstrengung auf dem Mountainbike. Und habe mich somit bei einer Salzkammergut Trophy 210 km und 7000 HM in 13.20 std. gut übers Wasser gehalten und wurde mit dem 1. Platz belohnt.

    Vielen Dank für die wahrhaftigen Worte in deinem BLOG!

    1. Danke für deinen Beitrag, liebe Doris! Klasse, dass du ganz ähnliche Erfahrungen gemacht hast. Und: ich habe sehr viel Respekt vor deinen Leistungen und deinem Erfolg!

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.