Ohne Vertrauen geht nix.

Auffahrt Dorf

In letzter Zeit höre ich aus meinem Umfeld oft, dass es an Vertrauen fehlt – Vertrauen der Führungskraft in die Mitarbeiter (dass sie auch im Home Office zur Selbststeuerung fähig sind) und Vertrauen des Mitarbeiters in die Führungskraft (dass sie zu ihrem Wort steht).

Wenn ich auf mein Rennrad steige und mich, meine Zeit und womöglich mein Leben in die Hände eines Guides anvertraue, brauche ich als allererstes Vertrauen. Darin, dass er den Weg kennt. Dass er mir nur Strecken zumutet, die ich auch bewältigen kann. Dass er bei Regen keine Abfahrten mit mir fährt (noch besser: so lange im Café bleibt, bis der Schauer weggezogen ist) und mir sagt, wenn ich bergab zu schnell bin. Manche Gruppenteilnehmer vertrauen auch darauf, dass der Guide nicht nur den Schlauch wechseln kann, sondern auch das komplette Werkzeug dabeihat – dass es manchmal nützlich sein kann, sich selbst helfen zu können, ist ein Thema für einen anderen Tag! Also alles in allem vertraue ich darauf, dass der Guide das macht, was ich mir wünsche, nämlich mir einen wunderschönen Urlaub auf dem Rad zu ermöglichen.

Gleichzeitig braucht auch der Guide Vertrauen in die Gruppe. Zuerst: dass alle dabei sind, weil sie es wollen, weil sie sich Spaß, Bewegung und schöne Ausblicke wünschen. Dass sie dabeibleiben, dass keiner ohne Ankündigung abbiegt und die Gruppe verlässt. Dass sie auf ihn hören, wenn er vor den scharfen Kurven an der Abfahrt und dem Geröll auf der Straße warnt. Schliesslich trägt er die Verantwortung dafür, dass am Ende des Tages alle vollzählig und heil nach Hause kommen.

Was bedeutet das – auf dem Bike und im richtigen Leben? Ich meine, dass eine Klärung ganz am Anfang, noch vor dem Einklicken in die Pedale, eine wichtige Grundvoraussetzung ist. So wissen beide Seiten, was sie erwarten dürfen und was von ihnen erwartet wird. Als nächstes braucht es einen Vertrauensvorschuss. Wenn ich mich die ganze Zeit frage, ob der Guide auch wirklich den Weg kennt, ob er mich womöglich vor der Gruppe bloßstellen wird, weil er weiss, dass ich am Berg eine Schnecke bin … dann werde ich keinen Spaß an der Ausfahrt haben. Und umgekehrt: wenn ich darauf vertraue, dass der Guide seine Verantwortung für mich ernst nimmt, werde sich sein Vertrauen nicht missbrauchen, sondern auf seine gutgemeinten Hinweise hören. Und, last but not least: es braucht den Kontakt – um zu sehen, wo der andere gerade fährt. Mit einer wertschätzenden, positiven Grundhaltung anstelle von Kontrolle.

Wie geht es dir im Arbeitsleben? Wenn du Führungskraft bist: kannst du diesen Vertrauensvorschuss geben? Fällt dir das schwer und fühlst du dich wohler, wenn du deine Mitarbeiter sehen und kontrollieren kannst? Woran liegt das? Bist du im Kontakt mit deinen Mitarbeitern?

Als Mitarbeiterin: Vertraust du deiner Führungskraft? Wie gehst du mit dem dir entgegengebrachten Vertrauensvorschuss um?

Wenn du merkst, dass es an Vertrauen fehlt – was kannst du verändern? 

Teilt eure Erfahrungen und Gedanken dazu gern in den Kommentaren. Wenn du Unterstützung benötigst: sprich mich gern an!

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